Start am Inka-Trail mit Otis und Glen aus Sydney und Jason und Todd aus Minneapolis
Am ersten Tag eine Wanderung durchs Andenidyll. Wir sind hochgluecklich, nachdem wir die Kontrolle erfolgreich passiert haben. Denn noch drei Tage zuvor waren wir nach den Eskapaden unserer Agentur alles andere als zuversichtlich gewesen, ob wir tatsaechlich mitlaufen koennten.
Die erste grosse Inkaruine. Saemtliche Ruinen auf dem Weg wurden gegen Anfang des 20. Jahrhunderts "wissenschaftlich entdeckt". D.h., einigen lokalen Bauernfamilien waren die Ruinen bekannt, sonst wusste aber keiner davon, bis ein Ami kam, die Ruinen "fand" und freilegen liess.
Camp am ersten Tag in einer Bergschlucht.
Naturgenuss zwischen Nachmittagstee und Cena
Der Inka-Trail ist eine Hauptattraktion in Suedamerika. Das nutzen die Peruaner auch entsprechend aus. Die vier Tage kosten 350-400$, was schon fuer deutsche Verhaeltnisse nicht billig, aber fuer peruanische unglaublich teuer ist.
Letztes Andendorf auf dem Weg
Etwa die Haelfte der taeglich 500 auf den Trail zugelassenen Wanderer sind Traeger, die unsere Zelte und Nahrung tragen. Von den 400$ kriegen sie allerdings fast nix ab. Die wandern grossenteils in die Taschen der Agenturen und an den Staat.
Unsere Kleidung muessen wir selbst tragen. Weil´s nachts sehr kalt wird, ist unser Rucksack auch gut gefuellt.
Das Geld, das der peruanische Staat mit dem Trail macht, landet grossenteils in Lima. Die Cuscoer Region, die bis auf das Zentrum ihrer Hauptstadt, arm ist wie der Rest des Landes, bekommt armselige 10% davon.
Erster Wolkenwald. Hier gibt´s Pumas und Baeren.
Der Trail wurde 1967 eroeffnet. Die Steintreppen stammen nicht von den Inkas, wohl ist das aber der urspruengliche Weg.
Wohlverdiente Pause auf der Besteigung des 4200er-Passes.
Unsere Pausen waren in der Regel recht lang dank des Wartens auf einen der Amis, der der Hoehenkrankheit erlag und entsprechend langsam nur vorankam.
Auf den letzten Metern vor dem Pass macht sich die duenne Luft in 4000 Metern Hoehe bemerkbar.
Das Tempo ist nur noch halb so hoch wie am Morgen
Umso stolzer feiern wir die erfolgreiche Besteigung. Auf dem Pfahl oben stehen die Hoehenmeter.
Man fragt sich schon, warum die Inkas nicht einfach durchs Tal gelaufen sind.
Obwohl 500 Wanderer einen Tagesabschnitt bevoelkern, verlaeuft sich alles sehr gut und gibt es das befuerchtete Touristengedraenge nicht.
Die Traeger tragen Lasten um die 25-30 Kilogramm, sind aber trotzdem grossenteils schneller als die meisten anderen.
Jetzt bin ich ja schon voll erwachsen und trage zum ersten Mal einen richtigen "Vollbart". Zuvor hatte es nur ab und zu die Fuenfsternevariante gegeben.
Steile, aber dichtbewachsene Berge, wie man sich die Inkakulisse vorher vorgestellt hat.
Kaltes Camp am zweiten Tag
So langsam erschliesst sich auch der Name "Wolkenwald".
Wir haben (fast) alle Klamotten an, die wir auf unserer Reise dabei haben. Dummerweise kommt man damit nicht mehr richtig in den Schlafsack.
Festigungsanlage, die den Inkaweg schuetzt. Zwar hatten die Inkas in dieser Gegend keine Feinde mehr, aber sicher ist sicher.
Die Anlagen stammen aus dem 15. Jahrhundert, der Bluetezeit der Inkas
Bei dieser Kombination aus spektakulaerer Natur und Kultur wird so manche nachdenklich.
Und gibt´s das?! Da zeigt doch tatsaechlich ein Fuehrer einer anderen Gruppe, dass auch die Nachkommen der Inkas noch heute Sinn fuer Geschmack, Ehre und Wahrhaftigkeit ihr eigen nennen.
Abstieg in den Wolkenwald. Im Hintergrund ein Gletschermassiv mit dem hoechsten Berg der Gegend (ca. 6200 Meter)
Eine Inkastadt mitten in den Bergen. Allerdings lebten die allermeisten der Einwohner des Inkariesenreiches als einfache Bauern. Nur eine Minderheit lebte einigermassen kulturell fortgeschritten in Staedten.
Unser korrekter Guia Jhon (so geschrieben, glaub ich) erklaert uns, dass die Inkas ihren Nachbarn erstmal friedlich anboten, in ihrem Reich mitzumachen. Falls denen das nicht passte, wurde halt einmarschiert.
Die Staedte der Inkas liegen in spektakulaeren Kulissen. Architektonisch waren sie aber nicht sehr avanciert. Meist simple Steinbauten mit Strohdaechern.
Wolkenwald
Mittagessen. Maccu Picchu diente dem Inka (= Koenig der Inkas) auch als Sommerresidenz. Er wurde auf einer Saenfte von Cusco aus dorthin getragen. Pferde, Ochsen u.ae. gab´s ja keine.
Wenn man beruecksichtigt, dass fast alles mit reiner Manneskraft gebaut wurde, da es ja keine nennenswerten Lastentiere oder Techniken gab, beeindrucken die Staedte und Wege.
Eine weitere Befestigungsanlage. Als zum ersten Mal ein Feind kam, die Spanier, haben sie es dann aber doch vorgezogen, sich Hals ueber Kopf ins Hinterland abzuseilen.
Auf den Terrassen (zu erkennen leicht rechts von der Mitte des Bildes) wurden Mais, Kartoffeln, Nuesse und was die Leckermaeuler sonst noch mochten angebaut.
Was genau aus den Einwohnern Maccu Picchus und der Umgebung wurde nach Ankunft der Spanier, ist ungeklaert. Moeglicherweise sind sie allesamt in den Dschungel des Tieflandes geflogen. Inkastaedte und -wege verfielen jedenfalls und wurden ueberwuchert von der dichten Wolkenwaldvegetation.
Die Wolken auf der rechten Seite leicht oberhalb des Berges sind ein Waldbrand, der hier hin und wieder von unvorsichtigen Bauern verursacht wird.
Leckerer Zitronengeburtstagskuchen am Vorabend von Maccu Picchu (aber nach deutscher Zeit ja vollkommen legitim)
Der Waldbrand entzueckt auch bei Nacht.
Da sind wir! Am Sonnentor oberhalb von Maccu Picchu.
Um 4 Uhr morgens sind wir aufgebrochen fuer diesen spektakulaeren Sonnenaufgang
Maccu Picchu wurde 1911 von einem Ami "wissenschaftlich entdeckt" und daraufhin freigelegt. Zuvor lebten in der Naehe nur drei Bauernfamilien.
Die Wandercrew am Ziel
Ueber Bedeutung, Zweck und Schicksal Maccu Picchus gehen die Historikermeinungen auseinander. Ausser ein bisschen geknotet, um Zahlen zu repraesentieren, haben die Inkas ja nix geschrieben.
Aus dem weissen Granit im Hintergrund haben die Inkas ihre Staedte gebaut.
In den Haeusern im Hintergrund wohnte vermutlich die einfache Bevoelkerung. Noch weiter im Hintergrund ist einer der vier heiligen Berge. Berge waren zentrale Gottheiten fuer die Inkajungs.
Der Tempel. Menschenopfer gab es nur sehr, sehr selten bei den Inkas, nur ab und zu, wenn´s wirklich sein musste, wurde der Schaedel einer kleinen Jungfer mit dem Steinbeil zertruemmert. Die bekannten Massenopfer waren hingegen Sachen der Azteken und Mayas viel weiter noerdlich in Mexiko und Umgebung.
Machu Picchu heisst "Alter Berg" und war sicherlich nicht der Name der Inkas fuer diese Stadt. Vom alten Berg kamen wir gewandert, waehrend wir hier einen Blick auf Huayna Picchu, den Jungen Berg, geniessen duerfen.
Umgekehrt: Der Blick vom Jungen Berg auf Maccu Picchu samt Altem Berg.
Auf dem Jungen Berg gab´s auch nochmal eine kleine Festigungsanlage, spektakulaer steil gelegen.
Auf den Terrassen haben sich die Soldaten der Befestigungsanlage ihr eigenes Essen angebaut. Im Hintergrund die moderne Strasse ins Tal nach Agua Calientes, Machu-Picchu-City.
Vor hundert Jahren gab´s hier noch nix gesehen. Die urspruengliche Bevoelkerung ist im 16. Jahrhundert komplett verschwunden und die Anlagen gerieten in Vergessenheit.
Terrassen auf dem aeusserst steilen Huayna Picchu, dem Jungen Berg
Ungefaehr 500-600 Menschen tummelten sich hier vor 550 Jahren.
Im Tal war schlecht Staedtebauen, da zu leicht angreifbar und zu wenig Sonnenlicht fuer die Agrikultur
Aus Authentitaetsgruenden tummelt sich hier auch der ein oder andere Lamaverwandte.
Schwindelfrei musste man als Inka schon sein.
Beeindruckend ist auch der urspruengliche Baustil ohne Lehm, bei dem die Steine perfekt aneinander angepasst wurden.
Die Ruinen hier sind grossenteils auf den Grundmauern neu auferbaut.
Im Tal zu Fusse Machu Picchus
Die Inkakoenige haben unter anderem ihre Schwestern geehelicht, um neue Koenige zu zeugen.
Nach einem Monat ist es mal wieder Zeit, zum Barbier zu gehen.
Backpackerwellnessprogramm: Ich wurde viermal mit unterschiedlichen Schaeumen eingecremt, die ganze Prozedur dauerte 20 Minuten.
Auch das kleine Bruederlein hatte es noetig.
Cusco
Hauptstadt der Inkas, spaeter Kolonialnest, da die Spanier ihre Hauptstadt lieber am Meer hatten (Lima)
Plaza de Armas, wie hier die Hauptplaetze gaengigerweise heissen
Lustigerweise teilt sich Cusco seine Flagge mit der internationalen Schwulenbewegung.
Einige Cuscoer sind wahre Zahnkuenstler. Antes = vorher, despues = nachher
Eine Art Bismarckturm zu Ehren Pachatec, eines grossen Inkaeroberers
In allen bisher bereisten Laendern haben die Werbemodells nix gemein mit der beworbenen Bevoelkerung. Nordisch scheint aber trotzdem zu funktionieren.
Blick auf die Prachtstrasse Cuscos, die zum Zentrum im Hintergrund fuehrt
Nochmal Plaza de Armas
Erinnerung an den Inkatrail
... und die Geburtstagsfeier dort