Alles fing so harmlos an... Mein erster Samstag in Delft begann um 8Uhr und mit dem Plan, etwas von der Stadt und dem drumherum zu sehen. Also führte mich mein erster Weg in einen großen Park im Osten der Stadt. Ich sah die ersten Frühlingsboten...
vom Regen der Nacht mit tropfen behangene Bäume und Sträucher...
und irgendwann schob sich die Sonne zwischen den Wolken durch und leistete mir Gesellschaft.
Das Wasser mich magisch anzieht, ist ja nichts neues. Hier in Delft habe ich als neues Fotomotiv diverse Wasserspieglungen für mich entdeckt, welche sich auch mehrfach in diesem Ordner der Wanderung wiederfinden.
Was passiert mit den Bäumen im Wasser, wenn man einen Stein hinein wirft?
Die Grachten hier sind ja echt schick, aber manchmal auch nervig...so wurden sie z.B. bei einem Campingplatz als natürliche Abgrenzung zur Umgebung genutzt...mag praktisch klingen, führte jedoch auch dazu, dass ich auf dem Weg zum Großen See auf diesem Campingplatz in eine Sackgasse lief und umkehren musste...runter vom Campingplatz, neue Brücke suchen und wieder von vorn...von Beschilderungen ihrer Wanderwege haben die Niederländer scheinbar auch noch nichts gehört...aber irgendwann hab ich ihn ja doch gefunden, allen Widrigkeiten zum Trotz!
An einem Strandabschnitt mit feinem, aber im Moment nassen Sand entstand dieses tolle Bild...aber erst nachdem sich die zwei spielenden Hunde von mir abgewandt hatten...
Ein Baum...aber ein besonderer. Ich habe mir vorgenommen, genau diesen Baum in meiner Zeit hier in Delft einmal im Monat aufzusuchen und ein Foto von genau dieser Stelle zu schießen!
Mehrere Enten (die hier können sogar übers Wasser laufen),...
Brücken...
und Hunde später hatte ich den Park auch schon hinter mir gelassen und stand auf dieser Brücke über eine Autobahn, welche direkt an Delft vorbei führt. Links davon Sportplätze und besagter Park und rechts die Stadt... Es war gerade erst 12Uhr und noch lange nicht spät genug, um den samstäglichen Spaziergang zu beenden. Also beschloss ich mich in Richtung Den Haag zu bewegen und kehrte Delft den Rücken zu.
Spiegelungen gibt es auch ohne Wasser...
In dieser Richtung liegt also Den Haag! Soll doch gar nicht so weit sein...
...noch ein Blick zurück auf die wie an einer Perlenschnur aufgefädelten Häuser Delfts und dann immer dem großen Kanal folgend in Richtung Norden - die Sonne im Rücken.
Viele Schritte und Minuten später...und erneut ein Blick zurück. Kurz vor mir in Richtung Norden lag eine Brücke und auf der anderen Seite der Straße eine Straßenbahnhaltestelle. So stand ich also vor der Entscheidung: -1- Brücke überqueren und auf der anderen Seite zurückgehen; -2- mit der Bahn zurück nach Delft; -3- mit der Bahn zum Meer - fiel aus, denn ich hatte keine Fahrkarte und in der Bahn verkaufen sie nur Karten für kürzere Strecken als ich sie zurücklegen würde wollen... -4- einfach weiterlaufen. Ich entschied mich fürs weiterlaufen und steckte mir das Ziel, zu Fuß bin zum Strand zu laufen. Das Geld in meiner Tasche reichte noch auf den Cent genau (ist übertrieben, denn hier in den Niederlanden sind die kleinsten benutzten Geldstücke die 5cent) für die besagte Fahrkarte zurück. Und so ging es fest entschlossen weiter.
Am erstbesten Kiosk, welcher auch Fahrkarten verkauft besorgte ich mir den Fahrschein und war nun sicher, auch wieder zurückzukommen...mit dieser Sicherheit lief es sich gleich noch einmal so gut. Nur ein Blick gen Himmel ließ daran zweifeln, dass der Wetterbericht falsch gelegen haben könnte und es doch noch mit Regnen anfangen würde...
Auf die Fehlinformation des Wetterberichtes hoffend lief ich weiter und war plötzlich mitten drin in Den Haag. Viel Verkehr, viele Ampeln und überraschenderweise Wegweiser - zwar nur für Radfahrer, so dass ich manches mal den sicheren Fußweg verlassen musste, um sie zu entdecken - aber ausreichend um zu erkennen, dass ich noch 7km bis nach Scheveningen, dem Stadtteil Den Haags mit Sandstrand, vor mir hatte.
Wo bin ich? Ein kurzer Blick nach dem Straßenschild ließ mich erkennen, dass ich ziemlich genau in der Mitte Den Haags angekommen war und, wenn ich einfach immer nur geradeaus gehen würde, auf jeden Fall am Wasser landen müsste!
Mein Weg führte mich an zwei Hochhäusern vorbei mitten hinein ins Zentrum der Stadt...
die Wolken waren wieder dabei, sich vom Himmel zu verkrümeln und die Sonne schien wenig warm, aber freundlich auf mich herab.
Im Zentrum Den Haags passierte ich jede Menge Gebäude und nicht zu allen kann ich etwas schreiben...
ein Theater
Nieuwe Kerk (Den Haag)
Wohin nun?
Skulptur vor der Stadtbibliothek
Außenmauern des Binnenhofes, eines mittelalterlichen Gebäudekomplexes mit Sitz der niederländischen Regierung
die niederländische Flagge
im Binnenhof
auffällige Neubauten in der Innenstadt: Hoftoren („Hofturm“) mit 142 Metern Höhe in weiß (trägt den Beinamen „Füller“(de vulpen)) - die 88 Meter hohen Zurichtoren (hier der ebenfalls passenden Beiname „Zitruspresse“ (citruspers)) - die beiden blauen Dächer sind die 104 Meter hohe Castalia
Reiterdenkmal vorm Binnenhof
ein Vorbote des Meeres
Kloosterkerk – älteste Kirche der Stadt, um 1400 errichtet, bis 1583 Teil des Dominikanerklosters
Denkmal: Willem Frederik Prinz van Oranje-Nassau
Friedenspalast (Vredespaleis) - Sitz des Internationalen Gerichtshofs
und zwei Bänke in Mosaikoptik davor
ebenfalls vor den Toren des Friendspalastes die World Peace Flame in der Mitte - und um den großen Stein mit der Flamme herum liegen ganz viele kleine...für jedes Land der Erde...
zum Beispiel der Stein Australiens, welcher mir am besten gefallen hat.
Das Zentrum hinter mir lassend führt mein Weg in den Stadtteil Scheveningen und durch den Haagse Parken en Buitenplaatsen - wobei Buitenplaatsen soviel heißen könnte wie "außen gelegen" - was sicher mal gestimmt hat.
Angekommen im Seekurort Scheveningen, aber immer noch nicht am Wasser...
die letzte Kirche vor dem Wasser!
und die Nordsee! :-)
endlich am Wasser!
jetzt folgen ein paar Bilder Sonne, Wolken und Wasser - herrlich...einfach zum Genießen!
Scheveningenbrücke und...
historisches Kurhaus im Sonnenschein
Zurück ging es mit der Straßenbahnlinie 1, welche mich direkt vom Strand bis nach Delft brachte - meine Füße werden es mir danken.