Am 30.12.09 Landung in Tenerife Sud um 11 Uhr, dann gleich mit dem Taxi nach El Médano. Nur hier im trockenheißen Süden gibt es eine spezielle Sandküsten-Vegetation mit Orotava-Salzkraut...
...Salsola orotavensis, ein Kanaren-Endemit.
Typisch sind die vielen Kugelbüsche, vorne von Schneeweißer Vielfrucht und dahinter gelbblühend der Bäumchen-Dornlattich.
Bäumchen-Dornlattich (Launaea arborescens)
Schneeweiße Vielfrucht (Polycarpaea nivea), ein Nelkengewächs.
Erbsen-Jochblatt (Zygophyllum fontanesii) - mit eiförmig-fleischigen Blättern.
Ein weiteres, typisches Gänsefußgewächs ist das Knorpelblatt (Traganum moquinii). Es wird bis zu 3 m hoch und ist durch den Bade-Tourismus gefährdet. Wächst auf den Kanaren, Kapverden und in Marokko.
Strand-Wolfsmilch (Euphorbia paralias), ist nicht auf die Kanaren beschränkt, sondern es gibt sie z. B. überall an den Mittelmeerküsten.
Sitzblatt-Hornklee (Lotus sessilifolius). Herrlich fein seidig behaart. Endemisch auf den Westinseln
Charakteristisch die sehr kurze Blattspindel (Name), so dass die Blätter 5-zählig gefingert erscheinen.
Sparriger Bocksdorn (Lycium intricatum), ein Nachtschattengewächs, auch überall im Mittelmeerraum anzutreffen
Seidenhaarige Schizogyne (Schizogýne sericea) hingegen ist auf die Kanarischen Inseln beschränkt, außer einem Vorkommen auf Salvajes, einer unbewohnten Insel bei Madeira
Von der Sandküste zur Felsküste, die Montaña Roja ragt mit 171 m aus der Sandebene auf.
In der Küstenzone bestandsbildend wächst die Balsam-Wolfsmilch (Euphorbia balsamífera). Schmeißt im Sommer ihre Blätter ab.
Die windexponierten Hänge verlangen der Wolfsmilch einiges ab.
Wächst auf den Kanaren, NW-Afrika, Somalia, Arabien.
Die 2 bis 3,5 cm langen Blätter wachsen schopfig an den Zweigenden.
Last not least jetzt noch eine Fruchtkapsel dieser interessanten Pflanze
Noch ein Jochblattgewächs: Die Fagonie (Fagonia albiflora).
Delta en miniature.
Auf dem Weg nach Vilaflor Umsteigestop in Granadilla de Abona. Am Busbahnhof dann dieses endemische Brennnesselgewächs: Die Schmalblättrige Mäusefalle (Forsskaolea angustifolia)
Und das rankende Efeu-Greiskraut (Senecio mikanioides) als Zierpflanze aus Südafrika eingeführt und dann verwildert.
Heute (Silvester) steht eine längere Wanderung von Vilaflor nach Arona an. Es geht ziemlich lange durch derzeit blütenarmen Kiefernwald. Der Unterwuchs wird dominiert von Zistrosen.
Die Jungpflanzen der endemischen Kanaren-Kiefer (Pinus canariensis) sind auffallend türkis.
Hier jetzt eine typische Wolfsmilch des Sukkulentenbusches (im Süden der Insel bis 800 m hoch, im feuchten Norden meist nur bis 200 m): König-Juba-Wolfsmilch (Euphorbia regis-jubae).
Die Borke der König-Juba-Wolfsmilch ist sehr schön gezeichnet. - Es gibt diese Wolfsmilchart nur auf den Kanaren und in Marokko
Fiederspaltige Andrýala (Andryala pinnatífida). Kennzeichnend für die Gattung sind die gleichlangen Hüllblätter. Ihre Verbreitung erstreckt sich noch auf Nordwest-Afrika
Unsere Kleidung verrät, dass es hier oben (auf 1400 m Meereshöhe) recht kalt war. Der "Stolz Tenerifes", wie dieser Natternkopf heißt (Echium wildpretii, auch Teide-Natternkopf), bleibt nach dem Absterben noch einige Jahre so stehen, irgendwann fällt er um...
Hie und da sind die Laven aufgeschlossen, wie die Geologen sagen. Ausbruch für Ausbruch hat der Vulkan eine Lavaschicht hingeworfen. Ist die Lava etwas weicher, bilden sich Überhänge.
Die grauen Bänder bestehen aus Bims
Oleanderblättrige Kleinie (Kleinia neriifolia) - eine Charakterart des Sukkulentenbusches.
Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis).
Dünnkopfige Gänsedistel (Sonchus leptocephalus).
Jetzt heißt die Pflanze Taeckholmia pinnata, d.h., man hat sie aus der Gattung Sonchus (Gänsedistel) herausgenommen
An der wunderschönen Steinbrücke blüht das Goldgelbe Aeonium
Goldgelbes Aeonium (Aeonium holochrysum), Kanaren-Endemit.
Äon bedeutet Zeitalter, Ewigkeit. Das macht aber keinen Sinn. Also bleibts bei Äonium...
Wäre der Meister nicht mit drauf, dann wäre das Bild gelöscht worden
Zum Abschluss die Nahaufnahme. Diese Aeonium-Art hat meist zehn Blütenblätter
Wollige Cinerarie (Pericallis lanata), Teneriffa-Endemit, schattige Felsstandorte.
Eine selten zu findende Felsbildung aus Basalt (Basaltrose)
Grünlicher Natternkopf (Echium virescens).
Dass er so früh im Jahr blüht, macht die Bestimmung leichter
Es züngelt richtig aus den vielen rosa Blüten
Einer der drei Dreschplätze, die wir finden konnten. Es handelt sich um ein interessantes Kulturdenkmal. Im Museum von Vilaflor, gleichzeitig unserem Hotel, ist ein Brett zu sehen, in dessen Unterseite Lavabrocken eingearbeitet sind. Dieses Brett wurde von einem Kamel im Kreis herum gezogen, ein Mann stand darauf, um es zu beschweren. Die Spelzen trug der Wind über das exponierte Bergjoch davon
Beim ersten Mal ists immer am schönsten - Kandelaber-Wolfsmilch (Euphorbia canariensis). Es war Sylvester und wir waren mal wieder in die Dunkelheit geraten. In der Schlucht erschallten die Rufe des Steinhuhns - es war sehr romantisch
Auch der Ceropegia begegneten wir an diesem Abend zum ersten Mal
Auf der Playa von Los Cristianos sahen wir gemeinsam mit viel Volk das Feuerwerk
Es wurde auf diversen Hoteldächern abgebrannt
nicht schlecht!
1. Januar 2010, dritter Tag: Eine Wanderung in die Mondlandschaft "Pasaje Lunar" steht auf dem Programm. Los geht es vom Kirchplatz mit diesem Peruanischem Pfefferbaum (Schinus molle). Die Früchte liefern den Roten Pfeffer
Kalifornischer Kappenmohn (Eschscholzia californica). Vilaflor ist dafür bekannt, dass dieses herrliche Mohngewächs hier eingebürgert ist
Auch in Heidelberger Gärten gibt es den Goldmohn nicht selten
Ein Barranco (Felsschlucht) direkt hinter dem Dorf (Vilaflor) war zu durchqueren. Das Feld in der Mitte ist mit Bimsgrus abgedeckt.
Kanarenmargeriten hängen über die Mauern. Ihr wissenschaftlicher Name ist Argyranthemum
Die Gattung ist in Makaronesien endemisch. Fachleute unterscheiden "derzeit" 24 Arten, wir haben es hier wohl mit der Kiefernwald-Kanarenmargerite zu tun (Argyránthemum adauctum)
Aus den Cañadas in den Barranco herabgestiegen: Verkahlte Braunwurz (Scrophularia glabrata) mit glänzenden, ledrigen Blättern
Endemisch auf Tenerife: Strohblumen-Eberwurz (Carlina xeranthemoides). Ein schöner Fund!
Im Hintergrund der "Sombrero". Er gehört zum Caldera-Rand; unsere Wanderung führte an mehreren dieser Gipfel südlich vorbei. Am höchsten ist der Guajara
Pinus canariensis, die Kanaren-Kiefer. Die größtenteils geforsteten Bäume sind längst nicht so stattlich wie diese. Zunächst sind sie kegelförmig (Bildmitte)
Das ist ein bekanntes, besonders altes und würdiges Exemplar. Es gibt davon ganz wenige
Eindrucksvoller Berg oberbhalb des Kiefernwaldes - der Guajara (über 2700 m hoch). Am nächsten Tag kamen wir ihm noch näher - von der anderen Seite.
Junge Kanaren-Kiefern. Im Hintergrund Gran Canaria
Ziel der Wanderung: Die "Mondlandschaft"
Naturschutzgebiet, also nur der Blick von ferne möglich
Aber zum Glück gibts ja den Zoom...
Wir blicken durch die bizarren Baumkronen der Kanarischen Kiefern
Durch Winderosion wurden die kompakten Bimslagen rund geformt
Die Insel lag ganz in den Wolken, aber wir waren über den Wolken
Unsere erste Bekanntschaft mit dem Teideginster
4. Tag: Auf zum Teide! Blick zurück auf die vielen Vulkankegel rund um Arona. Der ganz spitze hat den lustigen Namen Roque Imoque
Blick zurück nach Vilaflor.
Im Vordergrund eine Fläche, in der ein Waldbrand gewütet hat
Der spitze Kegel in der Mitte ist der Roque Imoque
Auf der Borke dieses Methusalem sind noch Brandspuren zu erkennen
CORINNA
Wir nähern uns der Waldgrenze
Eine der Nachbarinseln. Die Kugelbüsche sind Klebrige Drüsenfrucht (Adenocarpus viscosus)
Unvermittelt stehen wir dann auf dem Rand der Caldera und sehen gegenüber den Teide und 400 m unter uns das Schwemmland
Die hellen Stellen am Gipfel sind nicht etwa Schnee. Leider ist der Teide in diesem Winter schneefrei
Eine bizarre Gruppe von Härtlingen trotzt der Abtragung. Es sind die Roques de García
An einer Stelle ist die Lava grün gefärbt
Da wir den Caldera-Rand nach Osten entlang gewandert sind, sehen wir nun den Hotelkomplex in der nächsten Cañada
Echter Teideginster (Spartocytisus supranubius): bestandsbildend in den Cañadas (subalpine Stufe).
Die Weite täuscht: Der kahle Hang des Pico el Teide misst fast 2000 m an Höhe
Blick zurück nach Westen
Teide-Natternkopf, bevor er blühfähig ist: Ein riesiger Blätterschopf
Kleine rote Fleckchen am scheinbar ganz abgestorbenen Natternkopf...
Blüte des Teide-Natternkopf (Echium wildpretii), sonst nur noch auf La Palma.
Strohblumen-Eberwurz (Carlina xeranthemoides) in den Randbergen der Cañadas, Teneriffa-Endemit. Schön, wie Corinna Blütenköpfchen in verschiedenen Stadien erwischt hat
Besen-Schöterich (Teidelack) (Erysimum scoparium).
Typisch für die Cañadas,Teneriffa-Endemit.
Es ist sehr still hier. Nur ganz wenige Wanderer machen sich auf den weiten Weg
Große, rundliche Lavabrocken sind hierher gekullert, sogenannte Teideeier
Teide-Strauchflockenblume (Cheirolophus teydis), außer in den Cañadas von Tenerife auch noch auf La Palma vorkommend.
La Palma-Greiskraut (Senecio palmensis). Die graugrünen Blätter dahinter gehören zum Behaarten Federkopf (Pterocephalus lasiospermus, ein Kardengewächs). Die Kugelbüsche haben uns die ganze Zeit begleitet und sind ebenfalls eine Charakterart der Canadas.
Die braunen Flächen sind Lavafelder
Die Höhe des Paradors ist erreicht, am Ucanca-Pass beginnt der Abstieg. An der gelblichen Felsgruppe, rechts im Bild, kommen wir morgen wieder vorbei.
Nächste Wanderung (5. Tag): Langer Hadsch über 16 km entlang der Cañadas, vom Hotel Parador nach El Portillo.
Gänge mit hartem Gestein. Es entstehen merkwürdige Formen
Der Rote Berg - ein nicht so hoher Vulkan östlich des Hauptgipfels
Strohgelbe, runde Büschel der Teide-Besenrauke vom Vorjahr sind für die Hänge typisch
Hier aus der Nähe. Rechts und links die Kugelbüsche des Behaarten Federkopfs.
Teide-Besenrauke (Descurainia bourgeauana) ist zum Teil bestandsbildend in den Cañadas.
Völlig außerhalb der Blütezeit - wir sind natürlich immer sehr dankbar für so etwas
Förderschlote erkalten am Ende zu hartem Gestein und bleiben stehen
Oft sind sie länglich-schmal
Der Weiße Berg (Montaña Blanca) ist befindet sich direkt neben dem Teide. Er ist 2750 m hoch
Die Bergkulisse wechselt und bleibt sich doch ähnlich
Cañadas-Kanarenmargerite (Argyránthemum tenerifae)
Nochmal der Teide-Lack (Erýsimum scoparium)
Sehr selten: eine endemische Wacholderart (Juniperus cedrus). (Es gibt ihn sonst nur noch auf Madeira)
In El Portillo befindet sich eine Station der Nationalpark-Verwaltung mit schönem Botanischer Garten. Hier fanden wir noch ein blühendes Exemplar des Teide-Natternkopfes
Blaue Staubbeutel
Welch Glück! Bei der Cafeteria von El Portillo war der Teidefink etwas an Menschen gewöhnt - den Rest erledigte der Zoom
Die Flecken am Auge!!! Hier nahm uns das Taxi in Empfang und brachte uns ratz-fatz hinunter nach La Orotova, unserer nächsten Station
6. Tag, eine Fülle von Pflanzen erwartete uns, sodass wir kaum vorwärts kamen. Eine Kassie (Cassia spec.) Zierstrauch aus den Tropen
Unsere Wanderung ging durch einen besonderen Lebensraum, den durch die Passatwolken feuchten Kiefernwald. Mit dem Linienbus waren wir von La Orotava zum Wanderparkplatz La Caldera gefahren. Die Baum-Heide (Erica arbórea) begann schon zu blühen
Der Kanarische Erdbeerbaum (Arbutus canariensis) ist ebenfalls ein Erikagewächs.
Dass er jetzt blüht, ist ganz normal
Nicht normal ist, dass ein Johanniskraut fast baumartig wächst! Hypericum grandifolium
Junger Trieb eines Großblättrigen Johanniskrautes
Kreuz-gegenständige Blätter hat eine andere Art des Johanniskrautes: Hypericum reflexum
Im Mittelgrund eine Felsformation, "Los Organos" (Die Orgeln)
Bartflechten
Die Flechtengattung heißt Usnéa.
Beinwellblättrige Zistrose (Cistus symphytifolius), Charakterart des Kiefernwaldes. Typisch die verwachsenen Blattscheiden.
Links Blätter des Kanaren-Hahnenfuß, rechts der Blutroten Cinerarie (Pericallis cruenta).
Aufregend!
Monanthes polyphylla, das Vielblättrige Monanthes aus der Familie der Dickblattgewächse.
Die Rosetten sind klein wie Centstücke, die Oberfläche der Blättchen papillös
Greenovia, wahrscheinlich Gold-Greenovia (Greenovia aurea).
Sprossender Zwergginster (Chamaecytisus proliferus).
Wir hatten viel Freude an diesem blühenden Strauch, der rund um La Orotava sehr häufig ist und auch als Viehfutter dient
Der Kanaren-Schneeball ist eine Unterart des Immergrünen Schneeballs, der im Mittelmeergebiet vorkommt (ssp. rígidum)
Seine Beeren sind von metallischem Blau
Lockerblättriges Aichryson (Aichryson laxum), wohl die häufigste Aichryson-Art.
Kanaren-Strauchminze (Bystropogon canariensis), vorkommend im Baumheide-Buschwald und in der Kiefernwaldregion. Kanaren-Endemit.
Ein Natternkopf, bevor der Blütenstand entfaltet ist
Myosotis latifolia, das Breitblättrige Vergissmeinnicht, ähnelt unserem Wald-Vergissmeinnicht
Nur bei entsprechendem Freistand entwickeln sich breite Kronen der Kanaren-Kiefer
Wir haben den Wald verlassen und wandern durch die Felder oberhalb von La Orotava. Hier ist die Fiederspaltige Andryala häufig und oft gut entwickelt
Wirklich, hier ist am 3. Januar Frühling!
Es gibt kleine Vertreter dieser Gattung (Chamaecýtisus, Zwergginster) auch in Süddeutschland, da passt dann der Name
Ein Lifer aus 2009 vom Lago Maggiore wird wieder gefunden: Salpíchroa, Neophyt aus Amerika (Trompetenblume, ein Nachtschattengewächs). Das Glöckchen misst nur wenige mm, Kompliment, Corinna!
Der Makaronesische Tüpfelfarn. Der Unterschied zu Polypodium australe ist gering
Sonchus congestus, die Baum-Gänsedistel, wächst nicht nur im Lorbeerwald, sondern auch im Kulturland. Es gibt sie nur auf Tenerife und Gran Canaria
Herbst-Seidelbast (Daphne gnidium) kommt dagegen auch im Mittelmeergebiet vor, ausgenommen das östlichste
Geschwänzte Bencomie (Bencomia caudata), Barrancos in der Lorbeerwaldstufe, Kanaren-Endemit.
Sein Gesang ist anders, als man ihn kennt, aber doch gerade noch als Rotkehlchenlied zu erkennen
Etwas ganz Besonderes ist der Kanaren-Ampfer (Rumex lunaria)
Eine Augenweide, die im Winter blüht: Kanaren-Glockenblume (Canarina canariensis).
In der Lorbeerwaldregion zu Hause. Dass wir sie finden würden, hatten wir gar nicht zu hoffen gewagt
Kanarengirlitze
Was ist denn das bitte?
Alte Bürgerhäuser in La Orotava.
Dracaena draco
Gelber Oleander ( Thevetia peruviana), Hundsgiftgewächse. Aus dem tropischen Amerika.
La Orotava und Holztäfelung, das ist Eines!
Innenhof der Casa de los Balcones
Casa de los balcones...
...und das Nachbarhaus
Kathedrale im Kolonialstil mit breiter, konvexer Fassade
Rechts der Drachenbaum ist hochstämmig gezogen
Unser Hotel "Alhambra" mit insgesamt nur 4 Zimmern. Das Frühstück war wirklich einmalig.
Innenhof des Alhambra
Blick vom Hotel über das Orotava-Tal bis zum Teide. Rechts ein Kloster
Taganana im Anaga-Gebirge. Wieder schickt uns Wikingerreisen (am 7. Tag der Reise) wo anders hin. Unser Taxi holt uns pünktlich am Hotel ab
Start der Küstenwanderung in Benijo. Das Dorf gegenüber ist Almáciga; der spitze Berg rechts in der Kette ist der Roque de Taborno
Mehrere Stunden geht es über der Steilküste dahin
Üppige Vegetation!
Nochmal der Beweis, dass es sich um Ampfer handelt (Rumex lunaria)
Lang erwartet für unsere Life-Liste: Nymphendolde (Astydamia)
Sie ist sozusagen eine Schwester des Crithmum (Meerfenchel), jedoch auf die Kanaren und Marokko beschränkt
Eine weitere Form der Fiederspaltigen Andryala. Die Zungenbüten werden bei dieser Gattung zum Zentrum hin nicht stufenlos (vgl. Bild 220), sondern plötzlich kleiner
Diese Blattrosetten gehören zu einer Gänsedistel, Sonchus radicatus (Bewurzelte Gänsedistel) Sie ist ein Lokalendemit des nördlichen Tenerife
Ganz aparte Blätter hat der Kanaren-Lavendel, Lavandula multífida
Aufregend! Doppelreihen gekrümmter Stacheln helfen dem Strauchigen Krapp (Rubia fruticosa) beim Klimmen und Klettern zwischen anderem Gesträuch
Auch hat er hübsche, gelbe Blütchen
Glatte Baumschlinge (Períploca laevigata): Ein Höhepunkt der ganzen Tenerifereise. Erkennt man eine Verwandtschaft mit Immergrün und mit Oleander?
Das heißt, die Baumschlinge gehört in die Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Wegen der Früchte wird sie auch Hörnerranke genannt.
Im Garten eines Gehöfts stand ein Melonenbaum (Papaya) (Carica papaya)
Es war eine der wenigen Gegenden der Insel, wo der Drachenbaum noch wild wächst
Im Dorf El Draguillo, geradeaus geht es nach Chamorga, wir überqueren die kleine Schlucht links und gehen nach Las Palmas de Anaga
Ein Stückchen sind wir schon vorangekommen!
176 m ragt der Roque del Dentro aus dem Meer
Wir nähern uns Las Palmas de Anaga, der letzten Siedlung vor dem Inselende
Wir erkennen, dass die Blätter des Kanaren-Lavendels silbrig behaart sind
Geht man nach der Blütezeit (Dezember bis April), so müsste es Minutoli-Lavendel sein (Lavándula minutolii)
Die Grannen-Withanie (Withania aristata), ein Nachtschattengewächs, hat uns sehr fasziniert
Hier sind die "Grannen" besser zu sehen
Der nächste Höhepunkt: Ceropegia dichótoma, die Gabelige Leuchterblume (ein weiterer Name ist Gabelige oder Gelbe Fensterblume)
Mit "Fenster" sind die Lücken zwischen den Blütenzipfeln angesprochen. Auch die Leuchterblume gehört zu den Asclepiadaceen (Seidegewächsen)
Kleine Insekten fallen, vom Geruch betört, in die Blüten hinein
Eine Wachsschicht überzieht die gegliederten Sprosse
Zur Blütezeit hat die Ceropegia sogar Blätter
Aus der Familie Amaranthgewächse: die Sizilianische Spreublume (Achyranthes sicula)
Huflattichartige Cinerarie (Pericallis tussilaginis), auch noch auf Gran Canaria, aber dort selten.
Steifer Natternkopf (Echium strictum) mit lockerem Blütenstand.
Lindleys Äonium blüht frühestens im Mai, ein einzelnes Blütchen hatte sich vertan. Aeonium lindleyei ist ein weiterer Lokalendemit des Nordostzipfels der Insel
Die vielen ginsterartigen Gattungen der Fabaceen (Tribus Genisteae) können es einem auch schwer machen. Ist das die Blättchenreiche Drüsenfrucht (Adenocarpus foliosus)?
Hier besteht Einigkeit: Die Warzige Zaunrübe (Bryonia verrucosa)
Argyranthemum Nr.3: Die Strauchige Kanarenmargerite, A. frutescens. Sie ist in der Küstenzone zu finden
Besonders stattlich: Opuntia tomentosa mit samtigen Stängelgliedern (Filziger Feigenkaktus)
Wohlriechender Jasmin (Jasminum odoratissimum)
Die nähste Kostbarkeit: Kristall-Reichardie (Reichardie crystallina) Großartig, wie der gewellte Blattrand gestaltet ist. Sie wächst endemisch an Küstennahen Felsen Tenerifes, ihr Vorkommen auf Gran Canaria ist fraglich
Witzig, wie dieser Turmfalke nach unten linst
Jetzt wissen wir, wonach der Turmfalke geäugt hat
Ziel der Küstenwanderung
Kandelaber-Wolfsmilch (Euphorbia canariensis)
Alte Torkel (Traubenpresse)
Rosetten eines Äoniums, sie erreichen über einen halben Meter im Durchmesser. Es ist das Keilblättrige Äonium, Aeonium cuneatum
El Faro
Tenerifes Nordostkap
Zum zweiten Mal fanden wir die Kanarenglockenblume (Canarina canariensis)
Zweifellos gehört sie zu den auffälligsten Pflanzen der kanrischen Westinseln
Am Ende führte die Küstenwanderung durch Lorbeerwald
Rechts und links am Weg eine Gänsedistelart, die keinen auffälligen Stamm besitzt, Sonchus acaulis (Stängellose Gänsedistel)
Am Ziel: Das kleine Dorf Chamorga. Hier trafen wir unsere neuen Freunde wieder, Katja und Tobias. Gemeinsam fuhren wir in deren Mietwagen ein gutes Stück in Richtung La Laguna, wo unsere nächste Unterkunft war. Dort regnete es zum ersten Mal, und zwar richtig. Begrüßt wurden wir durch den Umzug am Vorabend von Epiphanias
Am 6. Januar brachen wir zur 8. und letzten Wanderung mit Wikinger individuell auf. - Phyllis nobla, die Edle Phyllis, das Rötegewächs, das wir schon von Madeira her kannten
Eine Weile ging es wieder durch schönsten Lorbeerwald. Ilex perado, die Breitblättrige Stechpalme
Baum-Gänsedistel (Sonchus congestus)
Toll!
Sprosse vom Kanarenenzian (Ixanthus viscosus)
Hier schon etwas mehr davon
Barbusano (Apollonias barbusano, Famile Lorbeergewächse) ist an den kleinen Beulen an der Blattbasis gut zu erkennen. Sie rühren von Milben, die auf Barbusano spezialisiert sind
Pappelblättrige Cinerarie (Pericallis appendiculata), schattenliebender Strauch im Lorbeerwald.
Huflattichartige Cinerarie (Pericallis tussilaginis).
Nachdem der Wald zuende war, ging es die Felshänge runter runter runter bis zum Meer in Punta del Hidalgo
Blick nach Punta del Hidalgo mit modernem Leuchtturm
Der Lorbeer ist am Aufblühen, das "Matterhorn Tenerifes", der markante Roque de Taborno heute nicht weit weg
Das Lorbeerblatt (Laurus azorica) besitzt als sicheres Kennzeichen die kleinen Drüsen in den Abzweigungen der Hauptnerven. Man nennt sie Domatien
Das Großährige Gliedkraut (Sideritis macrostachys)
und nochmal...
...Canarina canariensis
Die Pflanze war Carl von Linné von Kew Gardens zugeschickt worden,
Der Sohn von Linné hat jedoch der Pflanze erst ihren Namen verliehen
Für meine Farn-Lifelist: Asplenium aureum, der Gold-Milzfarn
Talerfarn (Adiantum reniforme)
Wie bizarr sich die Kanarenglockenblume verzweigt!
Auf Tenerife gibt es keinen Thymian! Alles, was so aussieht, gehört zu Satureja. 14 endemische Arten, alles Zwergsträucher, kommen auf den Kanaren vor, davon sieben auf Tenerife. Wir haben hier Satureja varia, die Veränderliche Bergminze, gefunden
Bäumchen-Wegerich (Plantago arborescens)
Die Kleinie hat sich, weil im selben Lebensraum um ihr Dasein ringend, wie die Wolfsilch zu Stammsukkulenz "entschieden"
Die Tausendblättrige Besenrauke (Descurainia millefolia) blüht ganz regulär ab Januar
Ihr Lebensraum: Schattige Felsen und Barrancos der unteren Stufe
Der Kanarenstendel (Habenaria tridactylites) entpuppt sich in der Vergrößerung als sehr hübsch
Baum-Aloe (Aloe arborescens), eine Zierpflanze aus Südafrika. Bei einer Wallfahrtskirche im Örtchen Chinamada gabs Häuser und Gärten
Der gegenüber liegende Hang
Eine große Überraschung: Das kann doch nur ein Moosfarn sein (Selaginella spec.) In keinem Buch konnten wir ihn finden
Beeindruckend, dass die schmalen Terrassenfelder bestellt sind
Von uns nicht sicher zu bestimmende Kanarenmargerite
Wir machten einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt und blickten nach Chinamada zurück
Die Steilküste ist hier vollkommen unwegsam
Deckungsgrad mit Folienhäusern 50%?
Wahrscheinlich ist das der Stachelige Natternkopf (Echium aculeatum).
"Stachelig" bedeutet lediglich, dass die Blattränder fein, aber scharf gezähnt sind
Die Sonne steht schon wieder sehr tief und lässt die seidige Behaarung zur Geltung kommen
Wofür haben wir uns hier entschieden? Für Stadt-Äonium (Aeonium urbicum)
Die Sonne neigte sich schon, aber wir stolperten von einer Kostbarkeit zur anderen. Zunächst Allagopappus, dem Hermann Schmidt den Namen Wandelgold verliehen hat
Allagopappus dichótomus; bleiben wir lieber bei Gabelästiger Allagopappus!
Dann kam der Fledermaus-Nachtschatten (Solanum vespertilio)
Kanaren-Wolfsmilch
Dann: Oreganoblättrige Strauchminze (Bystropógon origanifolius) mit den unverkennbaren spitzen und lang bewimperten Kelchzähnen
Schließlich Scilla haemorrhoidalis, der Rotschäftige Blaustern. Wer den Namen verliehen hatte, wollte wohl Linné hinsichtlich seines gelegentlich derben Humors übertreffen?
Der so genannte Sukkulentenbusch
Abgefahren: Die Strauchige Ceballosie (Ceballosia frutescens) aus der Familie der Rauhblattgewächse
Eine unsere Lieblingspflanzen: Weidenblättrige Silberdistel (Carlina salicifolia), auch in trockenem Zustand ansprechend
Zurück in La Laguna, welches Unesco-Weltkulturerbe ist! Es besitzt ein weites, regelmäßiges Straßennetz mit vielen Barockhäusern
Die Plaza de Adelantado, an der auch unser schickes Hotel lag
Wir bekamen wenigstens ein paar flüchtige Eindrücke. Rechts das Nonnenkloster mit dem berühmten hölzernen Ausguck auf der Mauerecke zur Plaza. Wir nahmen ein Taxi zum Fughafen, gar nicht weit weg, um den Mietwagen in Empfang zu nehmen
9. Tag: Heute war das Hauptereignis der Besuch des Botanischen Gartens. Es handelt sich um einen sehr würdigen, alten Exotenpark auf rechteckigem Grundriss und von einer Mauer umgeben. Und exotisch gehts los mit einer ostafrikanischen Baumart der Gattung Pándanus
Systematisch kommt Pándanus nach den Palmen und beschließt damit das System der Pflanzen
Tolle Bütenstände, toller Name: Justicia aus der Familie der Akanthusgewächse. Die Pflanze hat uns auch deshalb interessiert, weil auf Tenerife und Gomera eine Vertreterin der Gattung Justicia wild wächst (gefunden haben wir sie aber nicht)
Namenspatron war ein gewisser James Justice (1698-1763), ein schottischer Gärtner
Gummibäume können faszinieren! Dies ist Ficus dealbata, die Würg-Feige
Barbusano (Apollonias barbujana), das "Kanarische Ebenholz". Die Beherrschung der vier Lorbeergewächse des Lorbeerwaldes ist schwierig, weshalb wir noch einmal übten
Blattwerk des Barbusano (Apollonias barbujana). Die kleinen Beulen werden durch die Milbe Eryophyes barbujanae hervorgerufen, die auf Barbusano spezialisiert ist. Anders als die Domatien beim Kanarten-Lorbeer, sind es keine Drüsen
Bei uns als Zimmerpflanze verbreitet: Christusdorn (Euphorbia milii). Heimat: Madagaskar
Hat Corinna diese Rot so gefallen? Oder die überschlanke Blütenform? Es handelt sich um einen Strauch aus Venezuela, auch das deutlich gerippte Blatt dahinter gehört zu ihm. Familie: Akanthusgewächse. Den genauen Namen erfahrt ihr beim nächsten Bild
Das Internet bietet den Namen Fackelbusch an. Englisch heißt er Brazilian Red Cloak. Was allerdings der Strauch mit dem Heiligen Johannes (oder einem der Heiligen Johannesse) zu tun haben soll, blieb uns verborgen. Und der wissenschaftliche Name ist mehr als schwierig!
Passend gewählt ist hierfür der Name Korallenbaum (Erythrina caffra): Ein Schmetterlingsblütler aus Südafrika.
Steht auch in unserem Wohnzimmer! Eine Verwandte des Drachenbaums, Dracena marginata (die Blätter sind rötlich gerandet, was man nur von Nahem sieht). Heimat: Madagaskar
Stolz Boliviens (Tipuana tipu, Schmetterlingsblütler), gefiederte Blätter; einsamige Hülsen, die an Ahornfrüchte erinnern, gelbe Blüten
Das war der Himmel über Puerto! Eine einzige, kugelrunde Frucht hängt noch im Baum; seine Borke ist mit kegelförmigen Dornen bestückt - kennt man doch...ach ja...
Auch Kapokbaum genannt, weil der watteartige Inhalt der großen, runden Früchte das Kapok ist, ein Material zum Füllen von Matratzen
...einfach nur schön...
Da haben wir nicht ganz aufgepasst - ein Korallenbaum ists natürlich, vermutlich Erythrina fusca
Brachychiton discolor, Zweifarbiger Flammenbaum (Sterculiaceen), aus Australien
So, jetzt der Kaffeestrauch (Cóffea arabica), ein Rötegewächs
Schild zum folgenden Bild>>>
>>>Der Puderquastenstrauch!
Er ist mit den Mimosen und den Akazien verwandt
Gleich gehts wieder hinaus aus dem Botanischen Garten! Da bildet die Spathódea campanulata (Afrkanischer Tulpenbaum) einen guten Abschluss. Das ganze Jahr über kann man ihn blühen sehen. Mit dem Tulpenbaum Liriodendron hat er aber nichts zu tun! Er gehört, wie so viele unserer neuen Bekannten aus den Tropen, zu den Bignoniaceen
10. Tag: Masca. Es ist ein Bergdorf im Tenogebirge, der Nordwestecke der Insel. Durch den Tourismus (vor allem Tagestourismus) kann das Dorf sich halten. Es ist Ausgangspunkt der Wanderung durch die Mascaschlucht runter zum Meer
Es gibt dort viele Palmen (Phoenix canariensis; Kanarische Dattelpalme)
Auf solchen Bergnasen liegen die drei Ortsteile verstreut
Die Kanarische Dattelpalme kommt wild nur auf den sieben Kanarischen Inseln vor
Blick in die Masca-Schlucht
Leider sind die Früchte der Kanarischen Dattelpalme ungenießbar
Waldbrettspiel. Worauf hat es sich niedergelassen?
Das Haus in der Ferne links, mit dem roten Dach, gehört unserer Wirtin Jeanne, rechts daneben steht das Haus mit unserem Appartement
Schmuck renoviert
Die Terrasse gehört zu einer kleinen Bar, hier tranken wir einen frisch gepressten Saft
Oh Wunder! Der Seidenhaarige Goldstern (Nauplius seríceus), ein Fuerteventura-Endemit, hier in Masca als Zierpflanze von uns gesehen
Wie lange finden sich noch Menschen, die die Terrassen bestellen?
Nun sind wir unterwegs zu unserer Wanderung und schauen von einem Aussichtspunkt zurück zu unserem Dorf
Wir wählten aus dem Rother-Wanderführer eine kleine Wanderung aus bis zu einem der Berggipfel steil über der Westküste. Hier begegneten wir der Dunkelpurpurroten Wolfsmilch (Euphorbia atropurpúrea). Sie hat zimtbraune Äste
Der Stamm der Kleinie zeigt dieses schöne Muster. Ich deute es als herablaufende Blattstiele
Nachdem die Blätter abgefallen sind, bleiben kleine Narben zurück
Schöner Blick zur Nachbarinsel Gomera
Erste, scheue Blüte der Romúlea grandiscarpa (Kanaren-Scheinkrokus). Normalerweise ist die Blüte sechszipfelig. Der Scheinkrokus gehört, anders als der Krokus, zu den Amaryllisgewächsen.
Hübsches Durcheinander! Der große Strauch ist Retamaginster (Retama raetam)
Drei verschiedene Wolfsmilcharten
Ganz abgelegen dieser schön gestaltete, alte Dreschplatz
Unser Ziel ist erreicht, ziemlich hoch über der Atlantikküste
Dunkelpurpurrote Wolfsmilch
Hochblätter bilden ein Schüsselchen, darin eine weibliche Blüte, mehrere männliche (?) sowie vier ovale Nektardrüsen. Das Ganze nennt man Cyathium
Teno-Gebirge
Winzige Rosetten von Monathes polyphylla. Für die Gattung der Crassulaceen gibt es keinen deutschen Namen, folgt man nicht dem Vorschlag, sie Felswurz zu nennen
Da diese Felsen im Rother-Wanderführer abgebildet sind, wollte Corinna sie original auch im Album haben
Am Abend besuchten wir die Halbwüste an der Punta de Teno
Wir waren sehr froh darüber, noch eine Wolfsmilchart zu finden...
...die Blattlose Wolfsmilch (Euphorbia aphylla)
Und als besonderes Schmankerl den Staubigen Zeiland (Neochamaelea pulverulenta) aus der Familie der Cneoraceen (Zwergölbaumgewächse)
Er besitzt wunderschöne Blüten.
Steilküste bei der Punta de Teno
Der obligate Leuchtturm
Sonnenuntergang hinter La Gomera
Lavatéra acerifolia, die Ahornblättrige Strauchpappel
Am Nordufer liegen in der schmalen Küstenebene die Gewächshäuser von Buenavista del Norte.
Es war schon völlig dunkel, als Corinna die letzte botanische Kostbarkeit des Tages fotografieren konnte: Vieraea laevigata. Sie kommt nur hier vor (Lokalendemit)
Trotz oder wegen der mangelnden Schärfe so besonders schön?
11. Tag: Wir verweilen noch auf der Plaza von Masca und fahren dann weiter nach Güímar an der Südküste Tenerifes
Wir sehen uns aber erst noch einmal gründlich um
Hier geht irgentwo ein Weg in die Schlucht. Von ihrem Ausgang am Meer kann man sich mit dem Schiff nach Acantilado de los Gigantes bringen lassen
Für diesen herrlichen Natternkopf hielten wir gerne mal an
Es ist der Grünliche Natternkopf (Echium virescens)
Während unserer Wanderung in den Bergen oberhalb von Güímar gabs erneut viel zu entdecken. Erstes Beispiel: Ilex canariensis, die Kanaren-Stechpalme
Pericallis lanata, die Wollige Cinerarie mit überlangen Zungenblüten
Mit einer Reihe ganz feiner, schwarzer Pünktchen (Drüsen) rund ums Blatt: Das Drüsige Johanniskraut (Hypericum glandulosum)
Baumkrone von Pinus canariensis
Eine ganz besonders schöne Großlibelle
Sie hat sich auf einem Strauch mit kleinen, ledrigen Blättchen niedergelassen. Erst daheim fanden wir heraus, dass es sich um Mocán handelt (Vísnea mocanera aus der Familie der Teestrauchgewächse)
Güímar, davor die Ebene entlang der Südküste und kleine, alte Vulkane. Rechts ein Ausläufer des Gebirges La Ladera, dem unser Besuch gilt
Der Rother-Wanderführer hatte uns geraten, auf dieser Wasserleitung entlang zu gehen
Sellerieartig wirkt die Hirschgeweihblätttrige Tinguarra (Tinguarra cervariaefolia)
Den ersten Stollen konnten wir noch schaffen, aber dann zwang uns die hereinbrechende Dunkelheit zum Umkehren
Natürlich haben die Kanaren auch ihre "eigene" Brennnessel, die Maulbeerblättrige (Úrtica morifolia)
Sehr merkwürdig: Drusa glandulosa, Kanarenklebkraut (Doldengewächse). Beachte die vielen Drüsen und die kleinen Blütchen in der Bildmitte!
Blick auf Santa Cruz, während sich unsere Füße behutsam nach unten tasten
13. Reisetag und Ausklang an der Playa von San Andrés, dessen kompakte Altstadt sich am Berg hochzieht
Unsere letzte Wanderung machten wir noch einmal im Anaga-Gebirge mit seinen vielen endemischen Pflanzen. Dies hier ist das Strauchige Glaskraut (Gesnouinia arbórea)
Die Gesnouinia gehört zu den Brennnesselgewächsen
Wir entdeckten, dass die Knospen der Stängellosen Gänsedistel (Sonchus acaulis) ganz pelzig ("flockig-filzig") sind, bevor sie sich öffnen
Im Größenvergleich mit Cori sieht man, wie gewaltig die Rosetten von Sonchus acaulis sein können
Hüllblätter von Sochus acaulis
Unser Ruprechtskraut in Groß: Geranium canariense, der Kanaren-Storchschnabel
Heilglöckchen-Hahnenfuß (Ranunculus cortusifolius) war uns schon im Lorbeerwald auf Madeira begegnet. Es ist die einzige auf den Kanaren heimische Hahnenfußart
Trotz der Nässe glänzen die Blütenblätter wie Butter
Hahnenfuß zusammen mit Blättern vom Großblütigen Johanniskraut
Das Heilglöckchen ist ein seltenes Primelgewächs in den Alpen. Seine Blätter sind recht ähnlich denen des Kanaren-Hahnenfußes
Ups! Meine Namensblume, ein Anaga-Endemit, Viola anagae! Es ist selten, bildet größere Polster. Hauptblütezeit April!
Der Kettenfarn, Woodwardia radicans
Die Sporenhäufchen sind auch auf der Wedel-Oberseite zu sehen, ihre Anordnung führte zum Namen Kettenfarn
Ein drittes und letztes Mal begegneten wir der Kanarenglockenblume
Spitz spreizen die Kelchzipfel ab
Nirgends gabs mehr Moos auf den Bäumen als hier im Anagagebirge
Unsere zweite Orchidee, der Zweiblättrige Grünstendel (Gennaria diphylla). Treffender kann ein Name nicht sein
Rückfahrt nach San Andrés: Hin und wieder lugte der Pico del Teide durch die Wolken
14. Tag, Tag der Abreise. Des Morgens hatten wir noch einmal Zeit, uns in San Andrés umzusehen. Wir lernten, dass die häufigen Allebäume mit der hellgrauen Borke Ficus microcarpa heißen. Als deutscher Name hat sich Indischer Lorbeerbaum eingebürgert, denn die Heimat des Baums ist Ostasien und Australien
Corinna zoomte eine Blüte der Bauhinia heran. Mit dem Namen ehrte Linée die Brüder Bauhin, "Väter der Botanik" aus dem 16. Jahrhundert
Hier der Beweis, dass sie zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceen) gehört
Bei Bauhinia divaricata, der buntfarbenen Bauhinie, weicht das obere Blütenblatt farblich ab
In Lolas Garten. Lola ist eine recht bekannte Umweltschützerin auf Tenerife. Am Abend unserer Ankunft war sie gerade von einer Demo zurück
In der Hauptstadt Santa Cruz gibt es kein Fleckchen Strand mehr - alles wurde dem Hafen und Sonstigem geopfert. Aus diesem Grund hat man weiter östlich, eben in San Andrés, einen künstlichen Sandstrand mit Material aus der Sahara geschaffen
Die Altstadt von San Andrés wirkt wegen Bauweise und Geschlossenheit sehr schön
Die Kirche (Iglesia) Nuestra Senora de la Concepción steht in Santa Cruz, der Hauptstadt Tenerifes
Ich bewachte unsere Sachen, während Corinna zwei Stündchen Zeit für die Stadt hatte
Das Gebäude hat den Namen Auditorium.