Lies mich, ich bin eine Bildunterschrift.
Studentenwohnheime sind eine tolle Sache, vor allem, wenn man zum Studieren in eine neue Stadt kommt, in der man noch niemanden kennt. In den meisten Wohnheimen in Karlsruhe lernt man in recht kurzer Zeit die Mitbewohner seines Flurs kennen, nach einiger Zeit eventuell auch einige darüber hinaus. Im Idealfall entwickelt sich eine Flurgemeinschaft, die auch mal etwas zusammen unternimmt, z.B. was trinken geht.
Dieses Schema hier ist nicht übertrieben: Im Gegensatz zu den meisten anderen Wohnheimen kennt man im HFK in recht kurzer Zeit tatsächlich fast alle Mitbewohner, wenn man sich nicht gerade im Zimmer einigelt; auch Freundschaften entstehen hier oft flurübergreifend. Hier gibt es nicht nur Flurgemeinschaften, sondern praktisch eine "Hausgemeinschaft". Warum das so ist, soll euch dieses Album deutlich machen. Viel Spaß dabei!
Nebenbei: Auch Pärchen ergeben sich im HFK immer wieder - laut Statistik wohnen durchschnittlich zu jeder Zeit 7,3 Pärchen im Haus (d.h., 14,6% des Hauses sind miteinander verbandelt), plus eine ungewisse Anzahl von Techtelmechteln, die Dunkelziffer ist hier allerdings sehr hoch, da die Gerüchteküche im HFK zwar gründlicher ist als CIA und BND zusammen, aber leider genauso unsicher. Aber jetzt zur Führung...
Willkommen beim zweiten Teil der virtuellen Führung durchs HFK. In diesem Album geht es um die Aspekte des Wohnheims, die weniger mit dem Inventar zu tun haben. Hier geht es um die Bewohner und was sie so alles auf die Beine stellen.
Ja, wir mögen uns alle sehr :-)
Deshalb machen wir auch viel zusammen - das Wort "Mitbewohner" heißt bei uns nicht einfach nur, dass man im selben Gebäude wohnt und dasselbe Klo benutzt. Wir gucken zusammen Filme - entweder in einem der vier großen Aufenthaltsräume oder in einem HFK-Zimmer (in das doch mehr mehr Leute reinpassen, als man denkt)...
Update: Inzwischen gucken wir Filme nur noch per Flurbeamer statt auf Monitor.
Wir kochen zusammen, z.B. Sushi oder Pizza...
...helfen uns gegenseitig bei verzwickten Mathe-Übungsblättern oder Klausurvorbereitungen (gerade für die "großen" Studiengänge wie Informatik oder Maschinenbau gibt's nicht nur Mitleidende im selben Semester, sondern auch erfahrene Höhersemester, die mit Rat und Tat beiseite stehen)...
...spielen Spiele...
...oder chillen einfach nur zusammen abends nach einem harten Unitag im Aufenthaltsraum.
Da sich im Haus alle kennen, wird dabei zwischen Flurbewohnern und "Flurfremden" nicht unterschieden, bei Zweiteren ist hinterher der Weg zum Bett einfach nur ein paar Meter länger ;-)
Dann und wann ärgern sich die Flure auch mal untereinander ;-)
Das soll aber nicht heißen, dass wir nur im Wohnheim rumhocken - wir gehen auch zusammen wandern - egal bei welcher Jahreszeit
Auch recht beliebt: Beachvolleyball auf einem der (kostenlosen) Felder - 5 Minuten vom Wohnheim entfernt. Bei gutem Wetter gehen wir im Sommer praktisch jeden Tag. Auch hier wieder nicht auf einen Flur begrenzt; irgendjemand will spielen gehen und läuft durchs Haus, bis er genügend Mitspieler beisammen hat - bei 100 HFKlern praktisch nie ein Problem.
Einmal pro Jahr findet ein hausinternes Beachvolleyballturier statt.
Auch Fußball wird im HFK regelmäßig gespielt (selbst im Wintersemester, in einer Halle am Sportinstitut....oder manchmal doch draußen) - im Sommer immer die große Konkurrenz zum Volleyball
Tradition hat auch die jährliche HFK-Skiausfahrt. Übrigens auch für Ski-Neulinge geeignet - es sind genug erfahrene Ski- und Snowboardfahrer dabei, die bei den ersten wackligen Schritten Hilfestellung geben können. Abends gibt's dann nach dem Essen eine Spielerunde, eine Glühweinwanderung oder einfach nur gemütliches Entspannen in der gemieteten Hütte.
Auch eine gemeinsame, hausinterne Segelausfahrt, bei der vom HFK ein Schiff gemietet wird, findet jährlich statt.
Ebenfalls sehr spaßig: Paintball.
Selbst zu etwas abgefahreneren Aktivitäten wie einer Höhlenwanderung lassen sich genügend Leute überreden. All diese Aktionen macht man nicht unbedingt nur mit dem eigenen Flur, sondern mit mit allen HFKlern, die Lust dazu haben, egal von welchem Flur.
Aber nicht dass falsche Eindrücke entstehen: Das HFK besteht nicht ausschließlich aus fanatischen Sportfreaks, auch die Zocker kommen nicht zu kurz.
Und auch (Pen-and-Paper-)Rollenspieler gibt es seit jeher genügend für regelmäßige Abenteuer.
Es gibt auch regelmäßige Kinoabende in der Bar, z.B. Western, Herr-der-Ringe-Special-Extended-Edition-Nacht (Spieldauer >10 Stunden), Terminator-Filmnacht usw., veranstaltet von den Video-Tutoren. Die bauen Beamer und Leinwand selbstverständlich auch für WM- und EM-Spiele auf, bei denen das halbe Haus kommt - wer hier einen Platz in den ersten Sofareihen möchte, sollte frühzeitig kommen...
Für viele ist das HFK wie eine zweite Familie - wir feiern zusammen Weihnachten...
...und natürlich auch Silvester (0 Uhr sind alle Feiernden auf der Dachterrasse der Insterburg, unserem Nachbarwohnheim - klasse Ausblick über alle Feuerwerke von Karlsruhe).
Spaghetti, Soßen, Spaghetti, Salate, Spaghetti und noch mehr Spaghetti - das ist das jährliche Spaghettifest: Von HFKlern gekocht, von der Heimkasse finanziert - und das alles im großen Maßstab, denn das ganze Haus ist eingeladen und soll satt werden.
Und ein weiteres wichtiges Ereignis: Der HFK-Bierkastenlauf. Der ist aber schon lange keine rein interne Angelegenheit mehr (auch wenn er vor Jahren so begonnen hat) - die meisten der durchschnittlich 120 Teams kommen inzwischen von außerhalb. Mehr Impressionen hierzu gibt es hier http://picasaweb.google.de/HFK.Bilder/Bierkastenlauf2008#5155692031639410690
Auch der Kastenlauf kann nur funktionieren, wenn genügend Leute mit anpacken; der Kastenlaufchef und ein Team von Helfern sorgen für möglichst reibungslosen Ablauf des Spektakels (noch ein paar Bilder der Orga-Crew: http://picasaweb.google.de/HFK.Bilder/BKLOrga#5291251723844072930).
Einer der Hauptgründe, warum das HFK so ein persönliches Wohnheim ist, liegt darin, dass wir selbstverwaltet sind und unsere Bewohner selbst aussuchen. Dazu veranstalten wir Aufnahmegespräche, bei denen wir die Bewerber in der Bar bewirten, in Grüppchen das Haus zeigen und dann im Lernraum im lockeren Gespräch unter die Lupe nehmen.
Auf der anderen Seite des Tisches: Die Heimleiter und die Flursprecher, die versuchen, möglichst Leute auszuwählen, die genau auf ihren Flur passen - durch diese sorgfältige Auswahl erhält jeder Flur ein eigenes, individuelles Flair und eine familiäre Atmosphäre.
Selbstverwaltung bedeutet neben der Entscheidungsfreiheit, wen wir aufnehmen wollen, aber auch, dass wir praktisch alles so gestalten dürfen, wie wir wollen. Wenn uns der Aufenthaltsraum nicht mehr gefällt, wird eben renoviert - von der Decke bis zum neuen Teppich.
Auch in der Bar ist alles selbst zusammengeschraubt, -gezimmert und -gesägt - so beispielsweise diese handwerkerliche Meisterleistung - etwas gesägt hier, etwas Farbe da und fertig ist...
...unsere freudenspendende Tanzstange :-)
Auch der Werkzeugraum wurde eigenhändig von HFKlern in den Fahrradkeller gemauert.
Ebenfalls ein gutes Stück Arbeit: Der Unterbau...
... für den gern genutztem hauseigenen Pool. Der ist zum Chillen genauso gut geeignet...
...wie zum Lernen bei Temperaturen >30° C.
Jeden Montag gibt es in der HFK-Bar einen Barabend, veranstaltet von Mitgliedern des Barteams.
Bar zahlen muss man hier nicht (geht aber natürlich auch): Man bestellt soviel und so oft man will und das Team hinter der Theke schreibt den Betrag auf die Schuldenliste. Ein paar Tage später wird man dann mal von den Barteamlern aufgesucht und zur Kasse gebeten.
Jeder Barabend steht unter einem Motto - welche Mottos gab's hier wohl jeweils? Auflösung gibt's hier: http://picasaweb.google.de/HFK.Bilder/Barabende#5267823740909995762
Hier ein paar andere Barabendplakate, mit denen zum jeweiligen Barabend eingeladen wird. Weitere Motto-Beispiele: Quentin-Tarantino-Barabend, Würfel-Barabend, Versteigerungsbarabend, Jägermeisterbarabend, John-Lennon-Barabend, Netzwerkbarabend...
Die Leute hinter der Theke haben da genauso viel Spaß wie die davor.
Nach dem Barabend muss dann die Bar aufgeräumt, die Schulden eingetrieben und natürlich das Leergut weggebracht werden. Ja, auf solchen Barabenden geht schon manchmal ganz gut was weg :-) Den Biernachschub bestellt der(/die) Barkassenchef(in); wöchentlich werden wir vom Getränkehändler beliefert, der auch das Leergut wieder mitnimmt. Die Getränke sind für die Bierminister der Flure und für die Bar selbst.
Das HFK veranstaltet pro Jahr drei große, öffentliche Feste: Das Sommerfest und das Winterfest werden von uns allein organisiert, der Tanz in den Mai zusammen mit unserem Schwesterwohnheim, der Insterburg.
Dabei übernimmt immer ein Stockwerk Deko und Werbung (dazu gehört auch die Gestaltung des "Mensa-Lakens"), ein Stockwerk die Getränke und ein Stockwerk das Essen.
Auf dem Winterfest spielt auch immer eine Live-Band - hier die hauseigene (und deshalb in der Gage für uns besonders günstige :-) ) HFK-Band (die zum Üben den Proberaum der Insterburg mitbenutzen darf).
Eine rein interne Angelegenheit - von HFKlern für HFKler, ohne Externe - sind dagegen die beliebten Erstipartys: Organisiert von den Neueinzüglern, die sich um Getränke, Essen und Deko kümmern und sich auch zusammen ein Motto einfallen lassen - verkleiden ist also ausdrücklich erwünscht. Hier beispielsweise das Motto Märchenland.
Auf den Erstipartys können die neueingezogenen HFKler die älteren und sich gegenseitig kennen lernen, deshalb finden sie gleich zu Semesterbeginn statt (Motto hier war übrigens "Blau"....auch wenn hier zwei Flure das Motto offenbar anders aufgefasst haben...)
Jedes Stockwerk veranstaltet eine eigene Erstiparty - nach diesen drei Festen kennt dann auch wirklich jeder Ersti seine Mitbewohner, egal von welchem Flur. (Motto dieser Erstiparty: Pimps and Bitches) Noch ein paar Erstipartys: http://picasaweb.google.de/HFK.Bilder/Erstipartys02#5505646616875319538
Wieder eine offiziellere "Party": Zu der festlichen 40-Jahrfeier kamen auch Ex-ex-ex-ex-ex-...[n]...-ex-HFKler, die hier ihre Nach-nach-nach-nach-...[n]...-nachmieter kennen lernten. Coole Sache.
Da die Bar auch für private Zwecke vermietet wird, kann man z.B. auch seinen Geburtstag in der Bar feiern. Meistens tun sich dazu mehrere HFKler, die etwa im selben Zeitraum Geburtstag haben, zusammen, damit es eine ordentliche Party wird, sowohl was die Ausstattung mit Getränken als auch die Anzahl der Gäste angeht.
Wenn man nette Mitbewohner hat, kriegt man auch passende Geschenke.
Langjährigen Mitbewohnern schenken wir beim Auszug gerne eine Collage.
Und auch unsere liebgewonnene Hausmeisterin verabschiedeten wir mit allen Ehren.
Zurück zu den ernsthaften Themen: Diese Tutoriate und Ämter gibt es so im HFK - da ist für jedes Interessengebiet etwas dabei.
Das Tutorenessen: Als Dank für das Engagement im HFK kriegen alle, die im Haus ein Amt übernommen haben, ein Buffet spendiert - bei über 40 Leuten ist da das halbe Restaurant voll...
Einmal pro Jahr findet eine HVV (Heimvollversammlung) statt, auf der über größere Investitionen abgestimmt, Statistiken, Jahresbilanzen und Ergebnisse präsentiert und werden und nicht zuletzt den Heimleitern für ihre Arbeit gedankt wird. Wie der Name Vollversammlung nahelegt, besteht hier Anwesenheitspflicht, denn es wird - selbstverständlich geheim - auch die neue Heimleitung gewählt
Wahlwerbung 1
Wahlwerbung 2
Am Schluss der HVV gibt's dann ein Gruppenfoto mit sämtlichen Bewohnern. Aber so eins habt ihr ja schon am Anfang gesehen. Zum ersten Teil der Führung: http://www.picasaweb.google.de/HFK.Bilder/HFK_Bilder1#5247266549937458354